Warum interne Online-PR und Pressearbeit von Unternehmen oft scheitern

Online-PR und Pressearbeit sind aus modernen Marketingabteilungen von Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Die Verlagerung von vielen Informationen aus dem Printbereich in das Internet (oder zumindest die Parallelität) ist Tatsache, wenn auch viele Medienentscheider diesem Umstand nicht allzu viel Bedeutung beimessen. Interessant daher, dass anscheinend „knapp drei Viertel der deutschen Unternehmen nach einem Artikel in „Acquisa“ Social Media ignorieren“ – und das gilt weitestgehend auch für die mediale Vernetzung und alles, was dazugehört. Es wird nicht ernst genommen.

Wie sagte auch Hannover Regions-Präsident Hauke Jagau  einiger Zeit auf der Wirtschaftsmesse in Hannover: „Geblubber und überwiegend für Jüngere“ (Quelle: Matthias Schultze mit seinem überaus spannenden Video: Was ist Social Media?). Das ist kein Einzelfall, viele Politiker irren da anscheinend immer noch stark in unverstandenem „Neuland“ umher und geben Unternehmern die falschen Signale, anstatt die stattfindende mediale Evolution als Chance und Wirtschaftsmotor zu begreifen.

Daher ist es kein Wunder, dass gerade Online-PR und moderne Pressearbeit in vielen Unternehmen immer noch ambivalent behandelt werden. Die klassischen Medien und Verbreitungsmethoden haben lange funktioniert – nun soll alles anders sein? Der Sprung vom statischen Werben und Einfangen von Kunden (Kopfprämie!) soll dem Dialog mit der untersten Ebene der Nahrungskette – dem Konsumenten – weichen? Wer sind wir denn? Ein erfolgreiches Unternehmen, das andere Dinge zu tun hat … … … wirklich?

Ein grundlegendes PR-Konzept nimmt immer auch Bezug auf Werte und Ziele eines Unternehmens. Das soll auf die Zielgruppen vertrauensbildend wirken, Kundenkontakt herstellen, Kunden gewinnen und an das Unternehmen binden. Die Unternehmensstrategie für die Pressearbeit und die Online-PR ist davon nicht ausgenommen. Trotzdem wird man oft den Eindruck nicht los, das Unternehmen kommuniziere ausschließlich für sich selber – und nicht für den Kunden.

Dass wir stärker als noch vor fünf Jahren in den Dialog mit der Zielgruppe gehen müssen, um etwas mehr von dem Marktanteilkuchen abzukriegen, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Viele reiten noch auf einer tradierten charakteristischen „Unternehmenspersönlichkeit“ oder unerreichbaren „Firmenphilosophie“ herum, die für den Kunden unnahbar bleibt, kaum Sympathien aufbauen kann und im Grunde nur eines will: verkaufen! Dabei wird laufend der Begriff „Ethik“ in den Raum geworfen, als ob das etwas ganz Besonderes wäre – jedes ernstzunehmende Unternehmen besitzt eine Ethik, ohne es ständig betonen zu müssen!

Der Kunde des 21. Jahrhunderts merkt das Dilemma und orientiert sich dank des Internets zu den Anbietern hin, die authentisch und frisch „rüberkommen“ – und die sich schon beizeiten eine Strategie überlegt haben, die eigenen und die Kundeninteressen miteinander zu verbinden.

Um ehrlich zu sein: es ist nicht einfach, die veränderten Bedingungen zu begreifen und dann auch entsprechend zu handeln – die Veränderungen für den eingefahrenen Marketingmotor sind nicht ohne erheblichen Aufwand zu bewältigen … neue Begriffe, neue Werte und neue Bewertungen sind entstanden … … nennen wir doch mal Responsive Design, Suchmaschinenmarketing, soziale Signale, Keywordrecherche, Linkdetox, Google Penalty, Panda … da soll der/die langjährige Pressemitarbeiter/In voll eintauchen und alles in Frage stellen, was er/sie bisher gemacht hat?

Nein – soll er nicht! Aber er muss sich zumindest mit den Basics befassen und sich dann kompetente Hilfe von Fachleuten extern dazu holen  – alles mit dem Segen der Geschäftsführung (Ähäm!) … und dann handeln … ja …

Schöne Neue Welt!

Lese-Tipp: Was kann man mit zeitgemäßer Kommunikation erreichen?

Merken

Schreibe einen Kommentar

Call Now Button